Liebe und Partnerschaft»Hinter einem Streit steht oft die Sehnsucht nach Liebe«

Lesezeit: 8 Min.

Foto: iStock/fizkes

Konflikte zu lösen, ist für eine stabile Beziehung wahnsinnig wichtig – aber auch extrem schwer. Wie schafft man es, besser zu streiten? Ein Leitfaden über falsche und richtige Sätze, emotionales Gepäck, Diskussionen vor Kindern und die Kunst des Vertragens.

Von Theresa Hein

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Als der Anruf der Kollegin kam, ob ich diesen Artikel über das Streiten schreiben wolle, war mein letzter Streit mit meinem Freund erst zwei Tage her. Es hatte damit begonnen, dass ich ihn gebeten hatte, mir Hustenbonbons in der Apotheke zu kaufen. Er vergaß es, und als ich abends nach Hause kam, hörte ich mich auf einmal von »Mental Load« sprechen, regte mich über seine Arbeit auf, regte mich über meine Arbeit auf, und dann kam ich irgendwie aufs Heiraten – weniger, weil mir das wichtig gewesen wäre, sondern eigentlich nur, weil es bereits nach zehn Uhr war (und weil ich weiß, dass ihn das Thema sagenhaft nervt). Als wir ins Bett gingen, taten wir es mit den Köpfen in verschiedene Richtungen gedreht und ohne »Gute Nacht« zu sagen. Als ich am nächsten Tag aufwachte, schämte ich mich: War das wirklich nötig gewesen? Wegen einer Packung Bonbons? Ich entschuldigte mich, und weil mein Freund zum Glück alle meine Persönlichkeiten liebt, auch die Streit-Persönlichkeit, entschuldigte er sich für den vergessenen Einkauf.

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