Die Sache mit der Musik: In dem Moment war klar, jetzt sind sie endgültig Fremde. Marcus* war ins Dachzimmer gezogen, eine schmale Doppelhaushälfte im Süden von München, gerade groß genug, dass zwei Erwachsene und zwei Jugendliche sich einigermaßen aus dem Weg gehen können. Die Ehe war am Ende, aber er zog nicht aus, sondern versuchte, sich da oben einzurichten, so gut es ging. Saß allein rum und hörte seine alten Platten. Eines Abends kam Sabine rauf, klopfte energisch an die Tür und sagte: Die Musik ist zu laut! Mehr sagte sie nicht. Marcus brummte jaja, okay, und drehte leiser. Das war’s. Sie redeten miteinander nur noch wie Nachbarn.
Liebe und PartnerschaftZwei Welten, Küche, Bad
Aus Heft 13/19
Lesezeit: 9 Min.

Weil die Mieten so hoch sind und das Geld oft nicht für zwei Wohnungen reicht, leben immer mehr Paare nach der Trennung weiter unter einem Dach. Dabei wäre Abstand gerade jetzt wichtig.
Von Max Fellmann Illustrationen: Pieter van Eenoge
D