Ein sympathisches Paar. Wohnungsparty vor ein paar Wochen, die Gäste mischen sich, ein Gespräch in der Küche mit den beiden, eine Frau, ein Mann. Irgendwann erwähnt die Frau, sie hätten sich vor gar nicht so langer Zeit kennengelernt. Auf die Frage, wo denn, unsicheres Zögern. Ja nun. Äh. Auf Tinder. Okay, aber warum das Zögern? Na ja, sagt die Frau, ist halt nicht so schön, oder? Der Mann stimmt zu, im Internet kennengelernt, das ist irgendwie doof. Aber Moment mal, ihr habt einander, ihr seid zusammen, alles herrlich, wo ist das Problem? Hm, sagt die Frau, eine romantischere Geschichte wäre schon schöner. In der Natur kennengelernt, beim Wandern, in einem Café ins Gespräch gekommen oder wenigstens bei einer Küchenplauderei wie hier.
Liebe und Partnerschaft»Der Gründungsmythos einer Beziehung ist wahnsinnig ausschlaggebend für die Identität von Paaren«
Aus Heft 7/25
Lesezeit: 4 Min.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne – nur klingt der eine Zauber nicht unbedingt genauso gut wie der andere.
Collage: Max KerstingSich auf Dating-Apps kennenzulernen, ist mittlerweile völlig normal. Warum hadern dann so viele, wenn die romantische Kennenlerngeschichte fehlt?
Von Max Fellmann
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