Liebe & Partnerschaft»Beziehungen scheitern, weil wir nicht gelernt haben, sie weiterzuentwickeln«

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Die Lebensmitte konfrontiert uns mit dem, was geworden ist – und mit dem, was nicht geworden ist. Sie bringt das Unausgesprochene, das Vertagte und das Unerfüllte hervor, was vom Alltag überdeckt wurde.
Die Lebensmitte konfrontiert uns mit dem, was geworden ist – und mit dem, was nicht geworden ist. Sie bringt das Unausgesprochene, das Vertagte und das Unerfüllte hervor, was vom Alltag überdeckt wurde. Foto: Martin Barraud / Getty Images

Warum trennen sich so viele in der Lebensmitte, etwa wenn die Kinder größer werden? Wie lebt man als Paar zusammen, wenn sich Rollen ändern und neue Bedürfnisse entstehen? Ein Gespräch mit der Psychoanalytikerin Kathryn Eichhorn.

Interview von Marc Baumann

SZ-Magazin: Frau Eichhorn, warum geraten so viele Beziehungen in der Lebensmitte, im Alter zwischen 40 und 60, ins Wanken?
Kathryn Eichhorn: Wir wissen, wie man sich verliebt. Wir wissen, wie man eine Beziehung beginnt. Aber wir wissen kaum, wie man sie weiterentwickelt, jenseits von Kindern, Haus und Hund. Und plötzlich taucht eine Frage auf, die niemand eingeplant hatte: Wer sind wir eigentlich jenseits unserer Funktionen und Rollen? Die Paare haben gemeinsam etwas aufgebaut, organisiert, getragen. Sie waren ein gutes Team und möchten einerseits zusammenbleiben, halten sich aber andererseits nicht mehr aus. Beziehungen scheitern dann nicht am Mangel. Sie scheitern daran, dass wir nicht gelernt haben, sie weiterzuentwickeln.

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