Hinter unseren Gärten am Berliner Stadtrand wuchs ab Sommer 1961 eine kahle Wand, da war ich zehn. Schilder warnten davor, ihr näher zu kommen. Lebensgefahr. Da stand aber nicht, was sie uns zu sagen hatte, uns Nachkriegsbengels. Ich empfand sie als Zeichen einer Bestrafung. Wuchs ich in einem großen Erziehungsheim auf? Wofür wurden wir bestraft? Stand da ein Menetekel? Waren wir gewogen und zu leicht befunden? Wer denn wir?
Leben und GesellschaftWandmänner
Aus Heft 45/20
Lesezeit: 15 Min.

Die Teilung Deutschlands hat auch dazu geführt, dass sich in der BRD und der DDR völlig verschiedene Männerrollen entwickelten – sagt unser Autor, Kind des Ostens. Ein Essay über verpönte Raufereien, die Freiheit des Dilettantentums und das große Als-ob.
Von Martin Ahrends Bilder: Diane Meyer
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