Leben und GesellschaftDie Zeit und die Wunde

Aus Heft 3/20

Lesezeit: 15 Min.

Die Autorin heute, drei Jahrzehnte nach dem Unfall am Teich.
Die Autorin heute, drei Jahrzehnte nach dem Unfall am Teich. Daniel Delang

Als die beste Freundin unserer Autorin stirbt, sind sie beide Kinder. Seitdem trägt sie eine Lücke durch ihr Leben. Der Versuch eines Abschieds.

Von Barbara Vorsamer Fotos: Daniel Delang

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»Meine beste Freundin ist vor meinen Augen ertrunken.« Mit diesem Satz habe ich gelegentlich beschrieben, was im Mai 1987 passiert war. Es war die schnellste Möglichkeit, das Erlebte zu erzählen. Einfach, klar und wuchtig. Dann wussten die anderen wenigstens Bescheid. Seit mehr als dreißig Jahren sage ich das so. Hinter der Wuchtigkeit habe ich mich eingerichtet. Meistens kommen dann keine Nachfragen mehr. Aber nach und nach merkte ich, die Geschehnisse des Nachmittags lassen mich nicht los, das, was passierte, kommt mir ständig in Erinnerung. Damals habe ich zu meiner Mutter gesagt, dass ich nie wieder eine beste Freundin haben werde nach ihr, nach Susanne. Es war ein Kinder­entschluss. Doch er hielt Jahrzehnte.

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