Leben und Gesellschaft»Es gibt einfach Dinge, über die man schweigen muss«

Aus Heft 19/24

Lesezeit: 12 Min.

Foto: Ingmar Björn Nolting

Seit dem Überfall der russischen Armee fürchtet unsere Autorin um ihr Heimatland Ukraine. Nach dem Überfall der Hamas fürchtet sie nun auch um ihre religiöse Heimat Israel.

Von Iryna Fingerova

A

Als Russland am 24. Februar 2022 die Ukraine überfiel, war ich wütend. So wütend, dass ich aus der Haut hätte fahren können. Als die Hamas am 7. Oktober 2023 ein Massaker anrichtete, wurde mir angst und bange. »Das schlimmste Massaker seit dem Holocaust.« Ein Gemeinplatz. Mir ist er bislang nicht über die Lippen gekommen. Warum eigentlich nicht? Ich schreibe ständig über die Ereignisse in der Ukraine. Wahrscheinlich gehört das zu dem Mythos, den ich von mir selbst stricke. Eine politisch aktive ukrainische Schriftstellerin zu sein, die in Deutschland lebt, aber Geld für die Streitkräfte sammelt und Demos mitorganisiert. Die aus einem Land kommt, das für seine Unabhängigkeit kämpft und Freiheit als zentralen Wert begreift. In dem Schulen, U-Bahnen und Nagelstudios trotz des Krieges geöffnet haben und wo die Menschen nach einer Bombennacht sagen: »Na ja, es hat ganz schön geknallt, aber ich muss heute ja auf Arbeit.«

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