Alltag im Krieg»Ich bin es leid zu hören, wie ›ungebrochen‹ und ›stark‹ wir seien. Wir sind müde«

Aus Heft 6/26

Lesezeit: 10 Min.

Eine ältere Bewohnerin in Odesa bei der Ausgabe warmer Mahlzeiten an Bedürftige während der Stromausfälle.
Eine ältere Bewohnerin in Odesa bei der Ausgabe warmer Mahlzeiten an Bedürftige während der Stromausfälle. Laetitia Vançon

Wie bestehen die Menschen in der Ukraine ihren Alltag trotz Kälte und Angst? Unsere Autorin hat ihre Freunde in Odesa kontaktiert – und erfahren, wie man ein Handy lädt, ein Kind bekommt, eine Party feiert, ein Theaterstück spielt und eine Glasscherben-Torte backt.

Von Iryna Fingerova Fotos von Laetitia Vançon

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Nach meinem ärztlichen Dienst im Krankenhaus gehe ich nach Hause. Ende Dezember 2025. Die letzten Lichter des Dresdner Weihnachtsmarktes verlöschen. Meine Tochter schläft längst in ihrem Bett. Es ist dunkel und kalt, aber ich habe es nicht eilig. Weil ich weiß, dass in 500 Metern das senfgelbe Licht einer alten Stehlampe und ein warmes Bett auf mich warten, fühle ich mich auch in der Dunkelheit geborgen.

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