SZ-Magazin: Professor Levine, was beschreibt Ihre Truth-Default-Theorie?
Timothy R. Levine: Es geht grundsätzlich darum, dass es uns in unserer ganz alltäglichen Kommunikation nicht in den Sinn kommt, dass andere Menschen uns täuschen könnten. Das heißt nicht, dass wir alles glauben müssen. Aber wir haben die stark ausgeprägte Tendenz dazu, ein Art Voreinstellung, wenn Sie so möchten: Wir gehen davon aus, dass wir es glauben können. Ich nenne diese Voreinstellung für unsere Kommunikation den truth default.
Leben und Gesellschaft»Der Großteil aller Lügen wird von einigen wenigen Lügnern erzählt«
Lesezeit: 10 Min.

Was ist Wahrheit, was Lüge? Diese Frage beschäftigt gerade viele. Timothy R. Levine forscht seit mehr als 20 Jahren zum Thema. Im Interview erklärt er, warum wir anderen erst einmal glauben und wie sich Lügner erkennen lassen.
Interview: Dirk Schönlebe