FlüchtlingeDer Bürgermeister, der erst gefeiert und dann verfolgt wurde

Aus Heft 12/25

Lesezeit: 15 Min.

»Schauen Sie sich im Dorf um, die Leute haben alle Interessanteres zu erzählen als ich!«, sagt Domenico Lucano, der Bürgermeister von Riace, der in ganz Italien berühmt ist.
»Schauen Sie sich im Dorf um, die Leute haben alle Interessanteres zu erzählen als ich!«, sagt Domenico Lucano, der Bürgermeister von Riace, der in ganz Italien berühmt ist. Roselena Ramistella

Domenico Lucano integrierte Flüchtlinge wie kaum jemand sonst in Italien, sein Dorf blühte auf. Dann bedrängten ihn rechte Politiker und die Mafia, er landete fast im Gefängnis, wurde verbannt. Wie geht es ihm und seiner Idee heute?

Von Alex Rühle Fotos von Roselena Ramistella

A

Auf den ersten Blick ist hier alles Idylle. Die runde Piazza am Ortseingang von Riace, die »Bar Alessio« mit den Stühlen davor. Olivenbäume in silbriger Winterluft, die Hügel, die so schwungvoll in Richtung Küste abfallen, als wollten sie sich kopfüber ins Wasser stürzen, und dann, bis zum Horizont, dieser herrliche Meeresglanz.

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