Film»Ich habe kein einziges Bild meines Vaters aufgehängt«

Aus Heft 11/26

Lesezeit: 17 Min.

Bewunderung, Ent­täuschung, Gram, Liebe: Die Gefühle von Klaus Fried seinem Vater gegenüber sind kompliziert.
Bewunderung, Ent­täuschung, Gram, Liebe: Die Gefühle von Klaus Fried seinem Vater gegenüber sind kompliziert. Foto: Max Miechowski

Im Garten lebte ein Nackter, in der Küche wurde ein Anschlag der RAF geplant: Das Haus des Schriftstellers Erich Fried war ein Magnet für Linke aus aller Welt. Hier spricht sein Sohn Klaus über das Aufwachsen mit dem bedeutendsten deutsche Dichter der Nachkriegszeit – und darüber, warum er selbst ein ganz anderer Vater sein möchte.

Interview von Nele Sophie Karsten, Fotos von Max Miechowski

K

Klaus Fried, 56 Jahre alt, öffnet die Tür eines typisch viktorianischen Reihenhauses im Nordosten von London, große Fenster, offene Küche, kleiner Garten. Ordentlich, aber gemütlich. Viele Deutsche kennen seinen Vater Erich Fried als Dichter und Intellektuellen. Im Dokumentarfilm Friendly Fire, der am 30. April in deutschen Kinos anläuft, folgt der Sohn den Lebensspuren des berühmten Vaters. Er begibt sich darin auf die Suche nach ihm und, so scheint es, auch nach sich selbst. Entstanden ist ein intimes Porträt einer komplizierten Beziehung. »Mir hat er nie Briefe geschickt«, sagt Fried in einer Szene, als er einen Brief in den Händen hält, den sein Vater dem Neonazi Michael Kühnen schrieb. Das Interview war ursprünglich nur für den Vormittag verabredet, doch die Unterhaltung dauert bis in den späten Nachmittag hinein.

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