Leben und GesellschaftEine Versorgungslücke, die Leben kostet

Aus Heft 7/23

Lesezeit: 30 Min.

Durch den Tod ihres Sohnes Lönne fühlen sich seine Eltern Niklas und Martje Ratzow manchmal, als hätten sie ein halbes Jura- und Medizin­studium absolviert.
Durch den Tod ihres Sohnes Lönne fühlen sich seine Eltern Niklas und Martje Ratzow manchmal, als hätten sie ein halbes Jura- und Medizin­studium absolviert. Foto: Robin Hinsch

Ein Baby bekommt einen Fieberkrampf, ­die Eltern wählen den Notruf. Heute sagen sie, der Notarzt trage die Verantwortung für den Tod ihres Sohnes. Für Kindernotfälle fehlen vielen Rettungskräften die Fachkenntnisse. ­Wie kann das sein?

Von Nicola Meier und Vivian Pasquet

A

An seinem letzten Abend wird Lönne wach, seine Mutter Martje Ratzow sieht das Strampeln auf dem Babyfon im Wohnzimmer. Sie holt ihren Sohn aus seinem Babybett, nimmt ihn auf den Arm und singt ihm etwas vor. Nach einer Viertelstunde scheint Lönne wieder einzuschlafen. Dann aber zuckt er, verdreht die Augen. Er erbricht und beginnt zu krampfen. Martje Ratzow ruft nach ihrem Mann.

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