KI im KinderzimmerWenn die KI den Teddy zum Leben erweckt

Aus Heft 14/26

Lesezeit: 9 Min.

Die künstliche Intelligenz eroberte die Familie unseres Autors in einem Moment der Unaufmerksamkeit
Die künstliche Intelligenz eroberte die Familie unseres Autors in einem Moment der Unaufmerksamkeit Illustration: Anna Hofmann

Mitfühlende Puppen, Roboter, die Märchen erfinden: Künstliche Intelligenz kommt inzwischen auch in Kinderspielzeug zum Einsatz. Unser Autor sieht das kritisch – doch in einem unaufmerksamem Moment zieht die KI auch in seine Familie ein.

Von Tobias Moorstedt

D

Der Teddy Poe ist ein ganz normales Spielzeug aus dem frühen 21. Jahrhundert: blöder Name, große Glitzeraugen, feine Polyesterhärchen, zwischen denen die Funken der statischen Elektrizität knistern. In Laboren mit Farben, Düften und visuellen Spezialeffekten hochgezüchtet, um das kindliche Zentralnervensystem zu überwältigen und den Will-ich-haben-Reflex auszulösen. Eltern möchten ihre Kinder vor solchem Quatsch beschützen und die Trash-Toys am liebsten mit dem Satz »Du bist nur billiges Plastik« in die Mülltonne werfen. Aber Poe und seine Artgenossen werden mit ChatGPT betrieben. Und deshalb muss man in dieser Situation nun mit Antworten rechnen wie: »Ich bin aus Plastik gemacht. Aber unsere Gespräche sind echt.« Oder: »Klingt, als seiest du verärgert, möchtest du mir sagen, was dich beschäftigt?«

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