JudenverfolgungWie ein geraubter Silberlöffel zu einer jüdischen Familie zurückkam

Aus Heft 17/26

Lesezeit: 19 Min.

Der Löffel wiegt 170 Gramm – und doch auch so viel mehr.
Der Löffel wiegt 170 Gramm – und doch auch so viel mehr. Foto: Sorin Morar

Das Münchner Stadtmuseum war seit der NS-Zeit in Besitz einer Schöpfkelle, die dem ermordeten Juden Justin Gerstle gehörte. Doch ihn zurückzugeben, ist nicht leicht – weder für das Museum noch für die Nachfahren.

Von Clara Wollmann

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Im Mai 2025 leuchtet im Postfach von Debra Levine eine E-Mail auf und mit ihr ein Funke aus einem ausgelöschten Leben. Der Betreff: Introduction – Silver from the collection of Justin Gerstle, also: Vorstellung – Silber aus der Sammlung von Justin Gerstle. Absender ist das Stadtmuseum München. Dort liege seit 85 Jahren ein Schöpf­löffel aus Silber, der einmal Justin Gerstle gehört habe, ihrem Großonkel. Nun gehöre er ihr, Debra Levine. Sie braucht fünf Tage, um zu antworten.

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