SZ-Magazin: Herr Schmiel, an wenigen Orten wird so viel gejammert wie am Arbeitsplatz. Warum?
Rolf Schmiel: Es gibt unterschiedliche Gründe. Viele sind in anderen Lebensbereichen vielleicht gerade sehr belastet, im Freundeskreis, gesundheitlich, in ihrer Ehe. Am Arbeitsplatz finden sie einen Ort, wo sie ihren Frust loswerden können. Kolleginnen und Kollegen können nicht aus dem Büro oder von der Werkbank abhauen, sie hören zu. Die Arbeit wird zu einer Art Kummerkasten.
Berufsleben»Jammern ist wie emotionales Duschen vor den Kollegen«
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Der Chef nervt, das Meeting ist überflüssig: Fast alle jammern mal im Job – aber wie sehr beeinflusst das unser Arbeitsleben? Der Psychologe und Unternehmensberater Rolf Schmiel erklärt, ab welchem Punkt Beschwerden problematisch werden und wo besonders Führungskräfte umdenken müssen.
Interview von Ivana Sokola