Cornelia Funke wartet im Auto auf dem Parkplatz im hochgelegenen toskanischen Städtchen Volterra, schwarzer Elektro-Volvo, hatte sie gesagt, von außen so dreckig wie von innen. Beim Einsteigen entschuldigt sie sich nochmal für den Zustand des Autos: die Hunde. Der löchrige, schlammige Feldweg führt steil den Berg hinab, ohne ihre Begleitung würde man denken, das kann es nicht sein, und umkehren. Zwei Hunde begrüßen sie, im Haus ist es dunkel – dicke Mauern und kleine Fenster kühlen im heißen Sommer. Von einer Seite des Hauses schaut man in einen dornigen Urwald, von der anderen weit über die Hügel der Toskana, das Haus ist Turm und Nest zugleich. Drumherum Plätze zum Schreiben oder Nichtstun, Tische, Stühle, Sessel, Sofas.
Literatur»Es gibt keinen größeren Glücksrausch, als sich selbst zu vergessen«
Aus Heft 24/25
Lesezeit: 16 Min.

Die Schriftstellerin Cornelia Funke hat auf ihrem Hof in Italien ein Artist-in-Residence-Programm aufgebaut: Junge Künstlerinnen und Künstler wohnen vorübergehend bei ihr, denken nach, diskutieren, arbeiten. Im Interview spricht Funke über ihre ermutigenden Eltern, die Macht der Gemeinschaft und warum sie mehr schreibt als je zuvor.
Von Gabriela Herpell und Simone Kamhuber Fotos von Emanuele Camerini