PartnerschaftWie interkulturelle Beziehungen gelingen

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Lisa Mauritz mit ihrem Partner. Als er von Diskriminierung bei einer S-Bahn-Fahrt berichtete, wusste sie erst nicht, wie sie richtig reagieren sollte.
Lisa Mauritz mit ihrem Partner. Als er von Diskriminierung bei einer S-Bahn-Fahrt berichtete, wusste sie erst nicht, wie sie richtig reagieren sollte. Pressebild

Wenn sich Menschen aus verschiedenen Ländern oder Kulturkreisen verlieben, kann es kompliziert werden: Was wird der gemeinsame Wohnort? Wie kommt man gut in der neuen Kultur an? Wie geht man mit Diskriminierung um? Zehn Paare geben Tipps.

Protokolle von Viola Koegst

Gebt nur an die Kinder weiter, was euch wirklich wichtig ist

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»Meine Frau ist Halbschwedin, ein großer Teil unserer Familie lebt auch in Schweden. Ich bin allerdings Italiener. Und wir wohnen in Deutschland. Unsere Kinder wachsen also mit drei Kulturen auf. Wenn Paare, die aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, Kinder bekommen, versuchen oft beide, so viel wie möglich von ihrer Sprache und Kultur an die nächste Generation weiterzugeben. Daraus kann eine Konkurrenz zwischen den Elternteilen entstehen – und Druck auf die Kinder. Wenn das Kind etwa neben der Schule noch Sprachunterricht besucht, weil es die zweite Sprache auch perfekt schreiben können soll, artet das oft in Stress aus. Ich rate Paaren wie uns, sich bewusst die Dinge aus jeder Kultur auszusuchen, die sie den Kindern weitergeben möchten. Setzt Prioritäten: Was ist euch wichtig, was wollt ihr auf keinen Fall? Als Eltern hat man gemeinsam mit den Kindern die Möglichkeit, eine wunderschöne Mischung zu gestalten. Für mich ist es etwa wichtig, dass meine Kinder auf Italienisch kommunizieren können, aber ich erwarte kein Muttersprachniveau. Ich spreche immer italienisch mit ihnen, sie antworten aber meistens auf deutsch. Das darf so sein, sie dürfen die Sprachen so nutzen, wie sie möchten. Im Urlaub in Portugal sagte mein Fünfjähriger zu mir: ›Papa, hier ist es ein bisschen wie in Italien‹ – und da hatte er recht! Er hat Dinge aus unserem Alltag und Besuchen in Italien wahrgenommen und Ähnlichkeiten zwischen den beiden Ländern entdeckt. Hier liegt unsere Priorität: Dass die Kinder die Facetten unseres Ursprungs wahrnehmen und die Welt vielleicht dadurch verstehen lernen. Dass sie sich über Ähnlichkeiten zwischen Kulturen freuen und den Unterschieden neugierig und offen begegnen.«

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