Leben und GesellschaftIm toten Winkel

Aus Heft 51/18

Lesezeit: 22 Min.

Der Vater des Unfallopfers Sylvia Schnürers lackierte ein Mountainbike weiß und stellte es als Mahnmal an der Unfallstelle auf.
Der Vater des Unfallopfers Sylvia Schnürers lackierte ein Mountainbike weiß und stellte es als Mahnmal an der Unfallstelle auf. Daniel Delang

Ein Lkw-Fahrer übersieht beim Rechtsabbiegen eine Radfahrerin. Ihr Tod stürzt ihre Familie in Trauer, dem Fahrer lädt er eine lebenslange Schuld auf. 33 Radfahrer starben 2018 in Deutschland bisher bei solchen Unfällen. Die meisten davon ließen sich durch eine einfache Lösung verhindern – doch die Politik lässt sich Zeit.

Von Björn Stephan Fotos: Daniel Delang

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Manchmal sind es nur wenige Sekunden, ein falscher Blick oder die Unachtsamkeit eines anderen, die genügen, um ein Leben zu beenden. Bei Sylvia Schnürer, einer sportlichen Frau mit langem, blondem Haar und blauen Augen, geschieht es an ihrem 30. Geburtstag, dem 21. September 2016, einem Mittwoch, kurz nachdem sie ihre Wohnung verlässt. Am Morgen hat ihr Verlobter ihr Ohrringe zum Geburtstag geschenkt, silberne Creolen. Nun, um kurz nach neun Uhr, will sie, die studierte Psychologin, zur Arbeit, zur Jugend­-hilfe der Diakonie, wo sie minderjährige Mütter betreut. Sie steigt auf ihr schwarzes Mountainbike und radelt durch Moosach, im Münchner Norden, wo die Stadt langsam ausfranst, vorbei am Lerchenauer See und an Kleingärten, die sich hinter mannshohen Hecken ducken.

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