Leben und GesellschaftEin Mann kämpft gegen das Vergessen

Aus Heft 25/24

Lesezeit: 19 Min.

Naftali Fürst, 91 Jahre alt, hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß nach Deutschland zu setzen. In­zwischen kommt er jedes Jahr – auch wenn es ihm schwerfällt, die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald zu besuchen.
Naftali Fürst, 91 Jahre alt, hatte sich geschworen, nie wieder einen Fuß nach Deutschland zu setzen. In­zwischen kommt er jedes Jahr – auch wenn es ihm schwerfällt, die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Buchenwald zu besuchen. Ingmar Björn Nolting

Naftali Fürst hat als Kind das KZ Buchenwald überlebt. Nie wieder wollte er einen Fuß nach Deutschland setzen – doch nun fühlt er sich in der Pflicht: um mit seiner Geschichte dem Rechtsruck und wachsenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen. Über eine so schmerzvolle wie heilende Reise in die Vergangenheit.

Von Mareike Nieberding und Björn Stephan Fotos: Ingmar Björn Nolting

A

Am 7. Oktober des vergangenen Jahres schlich die Todesangst zurück in das Leben von Naftali Fürst. Er saß in seiner lichten Drei-Zimmer-Wohnung in Haifa, als er am Morgen gegen halb neun erfuhr, dass seine Enkelin, deren Mann und ihr dreijähriger Sohn in den Sicherheitsraum ihres Hauses geflohen waren.

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