Den ersten Film mit Gérard Depardieu sah ich zufällig im Fernsehen. Es muss Ende der Siebzigerjahre gewesen sein, ich saß mit meiner Mutter zu Hause auf dem Sofa, Depardieu und Isabelle Huppert hatten Sex, was meiner Mutter und mir in der Gegenwart der jeweils anderen peinlich war. Irgendwann stand meine Mutter auf und sagte, sie könne sich das nicht länger angucken. Ich war hin und weg, dieser verwegene, lässige Typ, dieser Sturm und Drang, dieser Spaß, dieser Sex.
SexismusDie blinden Flecken meiner Generation
Aus Heft 16/26
Lesezeit: 10 Min.

An Gérard Depardieu lässt sich besonders gut erzählen, wie männliches Fehlverhalten jahrzehntelang als normal hingenommen wurde. Unsere Autorin sieht das heute kritisch – und fragt sich im Licht der neuesten Sexismus-Fälle, wann Männer sie dabei endlich unterstützen.
Von Gabriela Herpell
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