Leben und GesellschaftDie Lebensbeichte eines Rasers

Aus Heft 44/23

Lesezeit: 9 Min.

Óscar Monzón

Von 100 auf null: ­Unser Autor hielt sich ­jahrelang nicht an Temporegeln, jeder Überholvorgang ein kleiner Sieg. Jetzt ist er mal wieder seinen Führerschein los und weiß nicht, ob er ihn je zurück­erhält. Blick ins Hirn eines Süchtigen.

Von Philipp Mausshardt Foto: Óscar Monzón

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Manchmal passiert es noch, dass ich zum Einsteigen automatisch zur Fahrerseite laufe. Dabei gehört das Auto einem Freund, Nachbarn, meiner Frau, jedenfalls nicht mir. Ich bin seit Oktober 2021 Beifahrer, aber daran gewöhnen, dass ich nicht mehr am Steuer sitzen darf, kann ich mich immer noch nicht. Mein Führerschein liegt auf dem Landrats­amt in Perleberg, wahrscheinlich eingeschlossen in einem feuerfesten Tresor. »Amtlich verwahrt«, weil ich viel zu oft viel zu schnell gefahren bin und mehrmals sogar ohne Führerschein. Davor hatte ich ihn mehr als vierzig Jahre lang in meiner rechten Gesäßtasche getragen, als ständigen Begleiter und Beweis meiner Existenz.

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