Ich bin mal wieder spät dran. Das ist wirklich eine schlechte Angewohnheit, für die ich schon das ein oder andere Mal ein Augenrollen von Freundinnen kassiert habe. Doch als ich gehetzt um die Ecke biege und meine Freundin Marit vorm Kino stehen sehe, lächelt sie. Es ist ein entspanntes, fürsorgliches Lächeln, fast mütterlich-warm. Sie ist nicht ungeduldig, nicht genervt, und das, obwohl sie selbst schon zehn Minuten vor der verabredeten Zeit da war. »Sorry«, pruste ich, die Bahn, die Arbeit, irgendwas ist immer. Marit grinst: „Ach, das bin ich doch gewohnt.«. Obwohl sie häufig auf mich warten muss, ist Marit mir nie böse.
Leben und GesellschaftDas Glück ist doppelt so alt
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Die meisten Menschen suchen sich Freundinnen und Freunde, die ungefähr so alt sind wie sie. Dabei verpassen sie eine Menge – denn Freundschaften über Generationengrenzen hinweg machen das Leben auf vielen Ebenen reicher.
Von Natascha Holstein
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