Leben und Gesellschaft»Ich habe Papa schon oft ­gesagt, dass ich sein Handy nicht mag«

Aus Heft 44/19

Lesezeit: 5 Min.

Stillstehen und lächeln mussten Kinder früher auch – heute verbringen Mama und Papa den Rest des Tages mit dem Nachbearbeiten, Verschicken und Posten der Handyfotos.
Stillstehen und lächeln mussten Kinder früher auch – heute verbringen Mama und Papa den Rest des Tages mit dem Nachbearbeiten, Verschicken und Posten der Handyfotos. Foto: Damien Maloney

»Warte schnell«, »Gleich«, »Ich bin beschäftigt«: Wie viel Zeit Erwachsene jeden Tag mit ihren Smartphones verbringen, merkt man besonders, wenn man ihre Kinder fragt.

Protokolle: Marc Baumann Meike Mai und Lea Stuber

Leopold, 8 Jahre
»Eben wollte ich mit Papa Fußball spielen, aber er hat nur auf sein Handy geschaut und der Ball ist an ihm vorbeige­flogen. Vorhin hat er sein Handy weggelegt und viel besser gespielt. Ich hab meinem Papa sehr oft gesagt, dass ich sein Handy nicht mag, aber er hat dann nicht geantwortet, weil er noch schnell etwas erledigen musste auf dem Handy. Ich sage ihm jetzt nicht mehr, dass er sein Handy nicht benutzen soll, das bringt nichts. Wenn ich etwas von ihm will, frage ich fünfmal nach – aber wenn er dann immer noch auf sein Handy schaut, sage ich nichts mehr, dann kommt er eh nicht. Wenn wir zu Hause sind, ist es mir ja egal, wie oft er sein Handy nimmt, aber hier im Park sollte er es nicht benutzen, wenn ich das entscheiden dürfte. Nur im Urlaub soll er sein Handy mitnehmen, sonst verfährt er sich.«

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