Der Mann im Garten lächelt gequält. In seinem Teich schwimmen Koi-Karpfen, die Hortensienblüten biegen sich im Wind, der Walnussbaum trägt im August 2018 so viele Früchte wie noch nie. Axel Jenniges ist 59, seit gut dreißig Jahren wohnt er hier, mehr als sein halbes Leben. »Ja, früher war es schön hier«, sagt er und legt die Stirn in Falten. »Heute haben wir Nachbarschaft.« Er spricht es aus wie eine Krankheit.
Leben und GesellschaftDie Alten und die Neuen
Aus Heft 9/19
Lesezeit: 17 Min.

In Widdersdorf am Rand von Köln hat sich die Zahl der Bewohner innerhalb kurzer Zeit verdoppelt. Mit seinen Problemen steht das Dorf für all die Orte mit großen Neubaugebieten – und zeigt, worin die eigentliche Spaltung der deutschen Gesellschaft liegt.
Von Julia Friedrichs und Fabienne Hurst Fotos: Julia Sellmann
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