Seitdem ich zum ersten Mal von der Body-Positivity-Bewegung gehört habe, drücke ich ihr die Daumen, schon aus egoistischen Gründen. Wenn jeder Körper schön sein kann, dann ja wohl auch der, mit dem ich mich seit Jahrzehnten herumschlage. Dann müsste ich mich nicht mehr fragen, ob meine Wimpern nur kurz oder gar nicht da sind, und im Freibad meinen großen Zeh nicht mehr schützend über den daneben, den Digitus pedis II, wölben, weil dessen Nagel seit meiner Geburt an die Kralle eines Wanderfalken erinnert – er ist der Grund, warum ich noch nie Flip-Flops getragen habe.
Leben und GesellschaftSchön wär’s
Aus Heft 28/23
Lesezeit: 10 Min.

Wenn es nach der Idee der Body Positivity ginge, würde sich jeder Mensch im eigenen Körper wohlfühlen. Das klingt großartig – funktioniert aber leider nicht.
Von Tobias Haberl Fotos: Zuzana Pustaiova
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