Leben und GesellschaftBitte ein Autogramm

Aus Heft 13/18

Lesezeit: 12 Min.

Auf dem Weg zu seiner neuen Unterschrift hat unser Autor viel Papier verbraucht.
Auf dem Weg zu seiner neuen Unterschrift hat unser Autor viel Papier verbraucht. Pressebild

Unser Autor war seine alte Unterschrift leid, er wollte eine neue. Aber was ist erlaubt? Was ist schön? Und braucht man in der digitalen Zeit wirklich noch Unterschriften? Über eine erstaunlich komplexe Handarbeit.

Von Christoph Cadenbach

N

Neulich saß ich im Bürgeramt von Berlin-Neukölln, um einen Personalausweis zu beantragen, weil der alte abgelaufen war. Ich überreichte ein Passfoto, drückte meinen Zeigefinger auf den Fingerabdruckscanner, kniff die Augen zusammen wegen des grellen Amtsstubenlichts. Alles wie immer. Bis die Sachbearbeiterin meine Unterschrift begutachtete. »Da können Sie aber froh sein, dass ich die durchgehen lasse«, sagte sie. Ich schaute sie erschrocken an, denn ich fühlte mich ertappt.

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