Wenn Daniel richtig viel erwischt hat, fällt es ihm schwer zu sprechen. Wenn die Rumflasche leer ist und die Wodkaflasche auch, und wenn die Tabletten alle geschluckt sind, von denen er gerade nicht genau sagen kann, wofür oder wogegen sie waren. Dann fallen Daniel ständig die Augen zu, er versinkt in sich, und für jeden Satz muss er sich wieder rauskämpfen ins Hier und Jetzt. Daniel, der in Wahrheit anders heißt, ist 23, eigentlich hat er fast noch ein Bubengesicht, aber seine Augen verraten, dass er schon seit Jahren auf der Straßelebt. Etwas in seinem Blick ist gebrochen. Dabei hatte er mal einen Job, erzählt er, es lief gut, er war sogar verlobt. Dann ging irgendwie alles schief, Drogen, Alkohol, mehr will er nicht erzählen, er macht nur eine vage Bewegung mit der Hand, als wolle er sagen: Wie das eben so läuft, wenn es bergab geht.
ObdachlosigkeitNächstenliebe auf vier Rädern
Aus Heft 49/24
Lesezeit: 13 Min.

Ein geparktes Auto wird zum Mini-Hotel: Ein Berliner Architekt will Obdachlosen helfen – und nutzt dafür seinen Parkausweis.
Von Max Fellmann Fotos: Fabian Zapatka
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