BerufslebenWie wir uns mit unserer Gier nach Anerkennung selbst schaden

Aus Heft 3/26

Lesezeit: 7 Min.

Für große Erfolge wünschen sich viele großen Beifall. Für kleine Erfolge auch.
Für große Erfolge wünschen sich viele großen Beifall. Für kleine Erfolge auch. Illustration: Christine Gensheimer

Lob von der Chefin, Komplimente von ChatGPT, Likes auf LinkedIn: Es hat etwas Unreifes und Unterwürfiges, ständig auf den Applaus von anderen zu hoffen. Wieso gieren Menschen im Job heute trotzdem so sehr danach?

Von Jakob Schrenk

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Donald Trump mag Diet Coke und Bewunderung. Sein Lieblingsgetränk kann sich der Commander-in-Chief per Knopf auf seinem Schreibtisch ins Oval Office bestellen, angeblich trinkt er bis zu zwölf Dosen täglich. Ähnlich unkompliziert konsumiert der US-amerikanische Präsident Lob und Schmeichelei. Beim Golfen lesen ihm Mit­arbeiter wohlwollende Artikel oder Tweets vor. Wenn es Trump nach einer höheren Komplimente-Konzentration dürstet, beruft er eine Kabinettssitzung ein. Dort lobt ihn dann etwa der Gesundheits­minister Robert F. Kennedy Jr. für seinen Kampf gegen Windkraft im Atlantik: »Sie werden die Wale retten.« Der bisher beste Auftritt gelang der Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer. Zum amerika­nischen Tag der Arbeit am 1. September 2025 ließ sie ein riesiges Poster von Trump an der Fassade ihres Ministeriums aufhängen und lud Trump ein, sein »großes, schönes Gesicht« vor Ort zu betrachten: »Sie sind wirklich der transformative Präsident der amerika­nischen Arbeiter.«

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