SZ-Magazin: Herr Tillmans, Sie experimentierten schon als Jugendlicher mit Musik, Kunst und Kleidung. All das fassten Sie unter dem Künstlernamen »Fragile« zusammen. Wieso wählten Sie ausgerechnet diesen Namen?
Wolfgang Tillmans: Weil ich dieser grundsätzlichen Erkenntnis, dass ich zerbrechlich bin, schon als Teenager ins Auge schauen konnte und wollte. Ich sah in dem, was für andere negativ behaftet war, eine poetische Stärke.
Kunst»Wir werden angegriffen und müssen uns wehren«
Aus Heft 20/19
Lesezeit: 13 Min.

Wolfgang Tillmans auf den Straßen von Köln, fotografiert von seinem Galeristen Daniel Buchholz, mit dem er seit 26 Jahren zusammenarbeitet.
Foto: Daniel Buchholz, 2018Wolfgang Tillmans zählt zu den einflussreichsten Künstlern der Gegenwart und ist politischer Aktivist. Ein Gespräch über Feinde der europäischen Idee, die Kraft schwacher Männer und ein Leben mit HIV.
Interview: Mareike Nieberding