Auf die Frage, wie man einen Diamanten zerstört, sagt Benedict Haener: wie Ravioli. Statt Nudelteig nehme man Stahlblech, statt Ragout fülle man Diamanten in das Täschlein, schweiße das Ganze zu und kloppe so lange mit dem Hammer drauf, bis man glaubt, jetzt reicht’s. Metall kann sich verbiegen, verformen, sich anpassen, ähnlich wie Wasser. Ein Diamant ist da eher wie Holz. Trennt man ihn entlang der sogenannten Spaltebenen, spaltet er sauber. Ansonsten zerspringt die kristalline Struktur wild in alle Richtungen. Aber das Wilde, das soll so. Die Diamanten zerstören sich selbst, erklärt Haener. Er sagt das so selbstverständlich, man vergisst ein bisschen, dass er von einem der teuersten Materialien der Erde spricht. Er weiß, jeder Hammerschlag zerkleinert auch den Wert des Inhalts. Auf die Frage, warum er das macht, sagt Benedict Haener: Weil es irgendwie lustig ist.
SchmuckdesignZerstöre, was du liebst
Aus Heft 24/25
Lesezeit: 5 Min.

Der Schweizer Goldschmied Benedict Haener zerschlägt teure Diamanten und macht aus den Resten Schmuck, der aussieht wie Krimskrams. Damit stellt er die Frage: Was macht den Wert von Dingen aus?
Von Marvin Ku Fotos von Joël Hunn
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