SZ-Magazin: Vor ein paar Monaten ließ der Street-Art-Künstler Banksy im Auktionshaus Sotheby’s sein gerade für mehr als eine Million Pfund versteigertes Kunstwerk Girl with Balloon live schreddern. Wie fanden Sie seine Aktion?
Jerry Saltz: Das war eine Spaßaktion, ein Streich, dessen Halbwertzeit fünf Minuten betrug. Er hatte keinerlei künstlerische Bedeutung. Er hatte nur Bedeutung für Banksy und das Kunstmarkt-Banksy-Geld. Warum nicht? Ich habe kurz gekichert.
Roberta Smith: Es wurde noch verrückter, als sich der Preis nach der Auktion verdoppelte. Er wird fortan damit identifiziert werden, für nichts.
Saltz: Geld und Kunst haben gern Sex in der Öffentlichkeit.
Kunst»Geld und Kunst haben gern Sex in der Öffentlichkeit«
Aus Heft 17/19
Lesezeit: 17 Min.

Roberta Smith und Jerry Saltz gelten als einflussreichste Kunstkritiker der USA. Sie sind Konkurrenten und verheiratet. Ein Gespräch über ihre große Liebe – zur Kunst und zueinander.
Interview: Mareike Nieberding und Thomas Bärnthaler Fotos: Philip Montgomery