SZ-Magazin: Frau Sieverding, eine Ihrer bekanntesten Fotografien zeigt Ihr Gesicht, drum herum stecken Messer im Holz, darüber steht in Weiß der Schriftzug: »Deutschland wird deutscher«. Damit wollten Sie Anfang der Neunzigerjahre, da in Rostock Flüchtlingsunterkünfte brannten, ein Zeichen gegen den Nationalismus setzen. Wie geht es Ihnen heute, wenn Sie an die Arbeit denken?
Katharina Sieverding: Sie hat wieder eine erschreckende Aktualität. Ich werde täglich danach gefragt, diese Arbeit könnte ich gerade überall ausstellen.
Kunst»Nur durch die Erfahrung von Einsamkeit kann man die Erfahrung von Gemeinsamkeit machen«
Aus Heft 13/20
Lesezeit: 9 Min.

Die Künstlerin Katharina Sieverding ist vor allem für ihre fotografischen Selbstporträts bekannt. Ein Gespräch über Fotoautomaten, Joseph Beuys und die Suche nach einer Wohnung, in der es keine rechten Winkel gibt.
Interview: Gabriela Herpell