KunstJuewen Zhang

Aus Heft 46/22

Lesezeit: 4 Min.

Myriam  Kohle auf Papier  100 x 70 cm  2022
Myriam
Kohle auf Papier
100 x 70 cm
2022 Foto: Axel Schneider

Hier sehen Sie das Kunstwerk, das Juewen Zhang für die Edition 46 des SZ-Magazins geschaffen hat.

Text: Tobias Haberl Fotos: Matthias Ziegler

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Wenn er nicht gerade an seinem Atelierplatz sitzt und Haare zeichnet – im Moment fasziniert ihn der menschliche Scheitel –, studiert er Kunst. An der Hochschule für Gestaltung in Offenbach ist Juewen Zhang, 27, Sohn chinesischer Eltern aus Berlin, der einzige Student mit geistiger Beeinträchtigung. Es hat einige Jahre gedauert, bis das möglich war, die Bürokratie, aber dann fand ein Professor, man dürfe diesen Jungen nicht abweisen, seine Arbeiten seien zu gut. Heute ist Zhang ordentlich eingeschriebener Student, bei den Lehrveranstaltungen unterstützt ihn ein Assistent, der ihm hilft, seine Gedanken zu ordnen, Vorlesungen zu verarbeiten, Texte zu verfassen. Im Atelier sitzt er grundsätzlich auf einem Holzstuhl links neben der Küchentür. Wenn er zeichnet, sagt er oft stundenlang kein Wort, dafür hört er Radio und lächelt durchgehend. Zuletzt waren seine Arbeiten auf ­­der documenta 15 in ­Kassel zu sehen. Auf die Frage, was er schön finde, sagt er: ­»Scheitel, Hände, Ohren und Vans« – er meint die Turnschuhe. Und trägt natürlich selbst welche.

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