Kunst»Jeder behauptet von sich, ein guter Freund zu sein«

Aus Heft 1/20

Lesezeit: 17 Min.

Helme Heine mit einem Hahn. Der heißt aber nicht Franz, sondern Ronaldo.
Helme Heine mit einem Hahn. Der heißt aber nicht Franz, sondern Ronaldo. Janek Stroisch

Helme Heine gehört zu den erfolgreichsten Kinderbuchautoren der Welt. Nicht nur sein Buch »Freunde« ist ein Klassiker. Ein Interview über Mozarts Brief, Karl Liebknechts Krokodil und die Kunst, eine Sprache zu finden, die alle Kinder verstehen.

Interview: Lara Fritzsche Fotos: Janek Stroisch

SZ-Magazin: Sie gingen als junger Mann nach Südafrika, zwölf Jahre lang lebten Sie dort, eine Weile mit einem Schwein aus Botswana zusammen. In Südafrika lernten Sie Ihre spätere Frau kennen, die schon zwei kleine Kinder hatte, zogen mit dieser Familie nach München-Schwabing, lebten dort 15 Jahre lang, und als die Kinder groß waren, wanderten Sie beide nach ­Neuseeland aus. Dort leben Sie seit inzwischen dreißig Jahren, direkt am Meer, jeden Tag gehen Sie fischen. Wann haben Sie geahnt, dass es für Sie viele Leben geben kann?
Helme Heine: Ich wurde 1941 geboren, mitten im Krieg, mitten in Berlin. Unser Nachbar war Bernhard Grzimek, der Tierfilmer und spätere Direktor des Frankfurter Zoos. Seine ganze Wohnung war voller Käfige, in denen echte Affen lebten. Das hat eine große Neugier in mir geweckt: Wo kommen die her? Wo gibt es diese andere Welt? Es gab ja noch kein Fernsehen.

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