KosmosKulturträger

Aus Heft 32/17
Pressebild

Die Sauciere, ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, als noch nicht alles in hippen Einmachgläsern serviert wurde? Nicht, wenn es nach unserem Autor geht.

Von: Max Scharnigg

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Es wird ja viel über deutsch-französische Gemeinsamkeiten diskutiert. Dabei ist das schnell festgestellt: Soße! Welche Völker sind sonst noch versessen darauf, dass ihr Hauptgericht samtig umflossen wird? Wo sonst ist eine gefüllte Sauciere auf dem Tisch der Inbegriff des Glücks? Wer je ein Stück Fleisch in Italien, Ungarn oder Schweden bestellt hat, der weiß, dass Europa von tiefen Soßengräben durchzogen wird. Französische Köche waren es auch, die vor langer Zeit die fünf »Muttersoßen« bestimmt haben, als Säulen der Soßenwelt: Hollandaise, Béchamel und so. Muttersoße ist allerdings kein besonders schönes Wort. Außerdem haben gegenwärtige Köche festgestellt, dass sie diese alten Megasoßen nicht mehr oft verwenden – zu dick, zu viel Mehlschwitze. Heute muss alles grün, leicht und mit Kräutern sein und im Einmachglas auf dem Tisch stehen. Aber was passiert mit den schönen alten Saucieren? Die dienen übergangsweise als Requisite, wenn amerikanische Taschen fotografiert werden.

Im Mittelpunkt: Handtasche von Ralph Lauren Collection

Foto: Jason Evans

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