KosmosFunkelkammer

Aus Heft 5/18
Pressebild

Manch Unternehmer lässt sich so sehr von glitzernden Zukunftsideen vereinnahmen, dass er das Hier und Jetzt einfach ausblendet - und dann nichts zu Ende macht.

Von: Max Scharnigg

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Das Glänzen dieser Kaffeemaschine ist eine gute Gelegenheit, um über das »Shiny Object Syndrome« (SOS) zu sprechen. Das gehört zu den eher neuzeitlichen Diagnosen und bezeichnet die Neigung mancher Unternehmer, irgendwann nur noch von einer funkelnden Idee zur nächsten zu springen und in blinder Zukunftsfreude die Realität auszublenden. Alles aufreißen und nix zu Ende machen, Newsflash als Gemütszustand sozusagen. Gut, dass diese Eigenart endlich einen Namen trägt. Wenn der Chef das nächste Mal seinen visionären Nachmittag hat, kann man jetzt fachgerecht denken: »SOS! Wird bei dem auch immer schlimmer.« Allerdings erlebt man solche Symptome nicht nur im Geschäftsumfeld, sondern auch privat. Jeder kennt Menschen, die sich so schnell langweilen, dass man im Gespräch mit ihnen ständig Grimassen ziehen muss, um sie nicht zu verlieren. Ersatzweise könnte man sich auch in eine Rettungsdecke wickeln und rumhüpfen. Hauptsache, es glitzert alles immer wie neu.

Foto: Martin Fengel

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