Kino»Manchmal musst du ein Soziopath sein«

Aus Heft 49/19

Lesezeit: 10 Min.

Für Fotos setzt Norton gern einen Schwiegersohnblick auf. In Filmen sieht man ihn eher selten so.
Für Fotos setzt Norton gern einen Schwiegersohnblick auf. In Filmen sieht man ihn eher selten so. Foto: Lorenzo Agius/Warner Bros 2019

Am besten ist der Schauspieler Edward Norton, wenn er sich gebrochene, psychisch auffällige Charaktere vornimmt. Am Set gilt er selbst als schwierig. Ein Gespräch über innere und äußere Kämpfe.

Interview: Wolfgang Luef

SZ-Magazin: Ihre erste Rolle im Kino war die des Mörders Aaron Stampler im Film Zwielicht von 1996. Sie waren mit 25 Jahren als unbekannter Schauspieler zum Casting gegangen und hatten dem Mann spontan ein Stottern verpasst, das nicht im Drehbuch stand. Warum?
Edward Norton: Da ging es um Manipulation. Ich wollte die Rolle auf das reduzieren, was sie ist: Dieser Mann lügt die Menschen an, er spielt mit ihnen, er will mittels Täuschung ihre Sympathie gewinnen. Ich dachte instinktiv: Was wäre ein besserer Sympathieturbo als so etwas Schmerzhaftes wie Stottern?

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