Eigentlich wollte Hannes Ebster Fußballer werden. Die Zehn war er, Spielmacher. Hat nicht ganz gereicht. Stattdessen besuchte er die Hotelfachschule. Eine naheliegende Idee, denn die Mutter und zwei Tanten kochten im familieneigenen Wirtshaus. Ebster ist dann nie weggegangen aus dem kleinen Ort Stumm im Zillertal – und hat dennoch als Autodidakt mit vielen Kochbüchern die großen Gourmetkritiker angelockt: Seine Halászlé – eine ungarische Suppe, aber er kocht sie mit Edelfischen statt Fischresten –, sein Hirschrückenfilet und die handgemachten Schlutzkrapfen haben schon die Kollegen Wolfram Siebeck und Jürgen Dollase überzeugt. Trotz gehobener Gastronomie gibt es immer noch den Stammtisch, donnerstags und sonntags nach der Kirche.
Die »Linde« war mal das Gesindehaus des kleinen Schlosses nebenan. Seit 500 Jahren gibt es die Wirtschaft, seit bald 200 Jahren ist sie in Familienbesitz. Gaststube und Festsaal haben noch den alten Flair, elf Zimmer gibt es im Stammhaus und im modernen Nachbargebäude mit dem Namen »Erna«, das sogar ein Spa hat und ein beheiztes Schwimmbecken. Eine Wohltat, vor allem wenn man von der Piste kommt. Der Lift hoch ins Skigebiet Hochzillertal ist fünf Minuten mit dem Auto entfernt. Eine Ebster-Schwester führt das Haus »Luise« ganz in der Nähe, ein Bruder hat den Bauernhof hinter der »Linde« vom Vater übernommen. Hannes Ebster selbst steht inzwischen öfter an der Rezeption – den Kochlöffel hat er an seinen Sohn weitergereicht.

Dorf 2
6275 Stumm
Zillertal, Österreich
Tel. 0043/5283/22 77,
Doppelzimmer ab 220 Euro/Nacht
landgasthof-linde.at
