Ich habe nach einem unscheinbaren Ort im Nirgendwo gesucht und ein kleines Juwel in der Mecklenburgischen Seenplatte gefunden: eine »Büdnerei« in Lehsten. Der Begriff Büdnerei leitet sich von Bude ab und bezeichnet in Norddeutschland ein ländliches Anwesen mit Pachtland. Heute wohnen und arbeiten in Lehsten vier befreundete Theaterleute, die den alten, denkmalgeschützten Gutshof restauriert haben, sie vermieten auch einige Zimmer und Ferienwohnungen.

Schlicht und liebevoll sind die Räume eingerichtet, das restaurierte Fachwerk spendet Kühle. Durch den Garten streift man zwischen Rosenbüschen und Obstbäumen, am Selbstbedienungsstand kann man Apfelsaft und Gemüse aus eigenem Anbau mitnehmen. Im Atelier findet man alles zum Malen und Basteln. Der Verein »KulturKolchose Lehsten« zeigt auf dem Hof Filme und veranstaltet Musiktheaterkurse für Kinder und Jugendliche. Man kann auf der Müritz Kanu fahren, im Kleinen Varchentiner See baden oder einfach durch die Wälder und Moore des Müritz-Nationalparks spazieren. Der »Welshof Schliemann« in Faulenrost wurde 1935 tatsächlich von einem Fischermeister namens Fritz gegründet – dort verkauft die Familie weiterhin Fangfrisches.
Ein bisschen Mecklenburger Gefühle gibt es auch: Als ich mit einem Buch im Garten lag, sprach mich eine Frau an – ob ich rüber zum Nachbarhof kommen wolle? Ich fand mich in einer umgebauten Scheune mit Bar und Tanzparkett wieder, in der eine Altherrenband Coversongs unter einem Erich-Honecker-Porträt spielte.
Büdnerei Lehsten
Friedrich-Griese-Straße 31
17219 Möllenhagen
Tel. 039928/56 39
Doppelzimmer ab 63 Euro/Nacht ohne Frühstück, Einzelzimmer ab 35 Euro/Nacht
buednerei-lehsten.de
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