Unruhig tost der Bosporus am Galata-Hafen, Möwen kreischen, der kalte Wind raubt einem die Luft zum Atmen. Istanbul gibt sich keine Mühe, gemocht zu werden. Menschenmassen strömen durch die Einkaufsstraßen von Beyoğlu oder drängen sich vor dem Galata-Turm. Es ist laut hier. Es ist chaotisch. Es wäre einfacher, Istanbul nicht zu lieben – und man tut es trotzdem. Doch selbst diesen Gedanken übertönt die Stadt.
Zur Ruhe kommt man im »Hotel Poem«, das in Hörweite der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in einer Seitenstraße im Stadtteil Sultanahmet liegt. 19 Zimmer, Frühstück mit vielen Schälchen und Tellerchen. Darauf Käse, Oliven, Salat mit Granatapfelkernen, Menemen (türkisches Rührei), Börek und Acuka, ein türkischer Aufstrich aus Paprika, Walnüssen und Knoblauch. 2014 wurde das Hotel komplett saniert. Seitdem sind die Zimmer berühmten Persönlichkeiten gewidmet, die eine besondere Verbindung zu Istanbul hatten: von Audrey Hepburn bis Franz Liszt. Von den Geschichten dieser Persönlichkeiten erzählen gerahmte Texte an den Wänden.

Den poetischen Namen verdankt das Hotel aber dem ursprünglichen Konzept: Jedes Zimmer ein Gedicht. Das wohl schönste stammt von Orhan Veli Kanık, mit dem er seiner Heimatstadt 1941 eine poetische Liebeserklärung machte: »İstanbul’u dinliyorum gözlerim kapalı« – Istanbul, ich höre dich und schließe meine Augen.
Hotel Poem
Akbıyık caddesi
Terbıyık Sk. no 12–14
34122 Istanbul, Türkei
Tel. 0090/212/516 76 36
Doppelzimmer inklusive Frühstück ab 139 Euro/Nacht
hotelpoem.com.tr
Weitere »Hotel Europa«-Empfehlungen der Redaktion finden Sie unter sz-magazin.de/hoteleuropa. In manchen Fällen folgt eine Besprechung auf Einladung des jeweiligen Hotels. Die Bewertung der Redaktion ist davon grundsätzlich unabhängig.
