Ich bin jetzt elf Jahre alt. Manchmal schreibt meine Mama hier, aber diesmal ich, denn meine Lieblingsbeschäftigung ist Angeln. Deswegen fahre ich mit meiner Familie am liebsten zum »Gut Groß Zecher« am Westufer vom Schaalsee. Es gibt dort viele Tier- und Pflanzenarten, weil da früher die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR verlief. Die Gegend war streng bewacht, es haben kaum Menschen dort gelebt, so konnten sich Tiere und Pflanzen ungestört ausbreiten. Am Schaalsee habe ich zum ersten Mal eine Eule gehört.

In einer umgebauten Scheune ist ein Restaurant, es heißt »Zur Kutscherscheune«, ich bestelle immer Schnitzel mit Preiselbeeren oder Nudeln ohne alles. Meine großen Brüder nehmen den Burger mit Bratkartoffeln, mit Wildschweinfleisch, die Eigentümerin und ihre Eltern jagen sie selbst. Mein Papa isst gern Maräne, einen Süßwasserfisch aus dem Schaalsee. Man kann Häuschen ganz nah am See mieten, aber es gibt auch normale Zimmer im großen Gutshaus. Zuletzt habe ich mit meinen Eltern im Turmzimmer übernachtet, das ist besonders schön.
Catharine von Witzendorff und ihre Mutter Hannelore, die Eigentümerinnen, sind fast immer da und behandeln uns wie Freunde. Sie haben uns auch verraten, wo wir Pilze finden. Wir sammeln große Steinpilze und Maronenröhrlinge. Das Gut ist nur etwa eine Stunde von meinem Zuhause in Hamburg entfernt. Deshalb fahren wir oft nur übers Wochenende hin. Aber mein größter Wunsch ist, dass wir in den Sommerferien mal länger bleiben.
Gut Groß Zecher
Lindenallee 15
23883 Groß Zecher
Tel. 04545/851 40 10
Doppelzimmer ab 95 Euro/Nacht ohne Frühstück
gutgrosszecher.de
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