Alles sprach dafür, dass dieses Wochenende fürchterlich werden würde. Auf dem Weg nach Den Haag trommelte der Regen auf das Auto. Als ich später durch die Stadt lief, regnete es weiter, manchmal von oben, manchmal von der Seite, manchmal schien es sogar von unten zu regnen, wie Forrest Gump einst sagte. Der Wind wühlte das Meer auf, am Stadtstrand von Den Haag donnerten die Wellen, Meerschaum wehte in Flocken über den Sand.

Das Wunder von Den Haag ist, dass ich, nass und durchgefroren, trotzdem in jedem Moment gern in dieser Stadt war. Ich faltete meinen Regenschirm zusammen und ging ins Mauritshuis, ein Kunstmuseum, in dem unter anderem das Mädchen mit dem Perlenohrring und der Distelfink hängen, und blieb vor anderen Bildern stehen, weil sie mich so berührten. Ich wechselte von schönem Café zu schönem Café und sah dabei zu, wie die Den Haager draußen mit Rollern, Fahrrädern und Hunden in Regenmänteln vorbeiliefen. Abends setzte ich mich im Restaurant »Flora« an einen Tisch, von dem aus ich die ganze Stadt überblicken konnte, und aß frittierten Rosenkohl sowie Sauerteigbrot mit einer Walnuss-Romesco-Sauce. In der Nacht fuhr ich mit der Straßenbahn in das schöne Viertel zurück, in dem mein Hotel lag, und sank aufs Bett. Der Regen prasselte gegen die Scheiben, alles war gemütlich und warm.
Man sucht sich im Leben oft nicht aus, wie die Dinge sind. Zum Glück war es aber so, wie es war.
Hotel Bries
Van Aerssenstraat 65
2582 JG Den Haag
Niederlande
Tel. 0031/70/2 21 03 22
Doppelzimmer ab 83 Euro/Nacht
hotelbries.com
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