Hotel EuropaHotel Hirschgasse

Aus Heft 22/10
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Ach, Heidelberg! Max Scharnigg verliert sein Herz im romantischen Städtchen am Necker - und im reizenden "Hotel Hirschgasse".

Von: Max Scharnigg

I

In den Phasen des Lebens, in denen man mit dem Land seiner Herkunft hadert, begebe man sich auf eine Reise nach Heidelberg und dort in das »Hotel Hirschgasse«. An diesem uralten Ort (seit 1472!) findet man plötzlich alles Schlimme schön: die Butzenscheiben, die echten Efeuranken und die auf dem Weinetikett, Schloss und Schlemmerfrühstück. Hier ist alles so romantisch, wie man es daheim kaum aushalten würde. Das klappt, weil das Haus die Hauptrolle in dieser teutonischen Romanze mit Ironie spielt: Ritterutensilien hängen in der »Mensurstube« wie Requisiten eines Schülertheaters; der Oberkellner näselt so, dass man nachts von Heinz Rühmann träumt. Die zwanzig Suiten wurden noch von Laura Ashley persönlich (ja, die gab es echt) eingerichtet, und der Fernseher fährt auf Knopfdruck langsam aus der Biedermeier-Kommode. Es würde einen nicht wundern, wenn abends ein Nachtwächter über das Kopfsteinpflaster geht. Dann taucht man in jenen schweren Schlaf, den man nur vom Elternhaus kennt. Draußen rauscht der Fluss, und ein Käuzchen scheint zu rufen: Heimat!

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Hirschgasse 3, Heidelberg, Tel. 06221/45 40, www.hirschgasse.de,
DZ ab 150 Euro.

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