»Ich sehe in der Innenstadt oft parkende Fahrzeuge mit laufendem Motor. Der Fahrer sitzt im Fahrzeug und telefoniert oder spielt mit dem Handy. Wenn eine Absicht, wegzufahren, nicht erkennbar ist, soll man den Fahrer ansprechen und bitten, den Motor abzuschalten? Einige Fahrer haben sich bei Ansprache schon bedankt und reagiert, andere Fahrer haben mich beschimpft, zum Beispiel als Dorfpolizist bezeichnet. Was ist richtig?« Günther T., Erlangen
Das ist eine sehr gute Frage, die wir uns vermutlich alle schon einmal gestellt haben. Sei es, weil wir an einem parkenden Auto mit laufendem Motor vorbeikamen. Sei es, weil wir es selber waren, der nicht wusste, ob er bei längerem Stehen nun besser den Motor ausmachen soll oder nicht, weil das am Ende mehr Benzin verbraucht oder die Umwelt stärker belastet. Oder, wie es mir mal passiert ist, als ich die Fahrt mit einem Carsharing-Wagen unterbrach, weil ich eben nicht mit laufendem Motor die Luft verpesten wollte, während ich nur kurz was ins Haus trug: Just dann nahm jemand ein anderes Carsharing-Auto, das von meinem parkenden wenige Meter entfernt stand, und aus irgendeinem Grund, den mir das Carsharing-Unternehmen anschließend nicht erklären konnte – noch schien man den von mir geschilderten Vorgang zu glauben –, möglicherweise also aus einem Glitch in der Matrix loggte sich dieser fremde Mensch in meinen Account ein. Er fuhr dann, vermutlich ohne es selbst zu ahnen, sozusagen als ich quer durch die Stadt, während ich mein geparktes Auto nicht mehr anbekam, weil das System ja annahm, ich führe bereits quer durch die Stadt. Und das nur, weil ich den Motor ausgestellt hatte. Ich musste schließlich die Fahrt des fremden Menschen bezahlen und hatte nur Glück, dass er nicht in ein anderes Bundesland gefahren war.
Bei neueren Automodellen ist es in der Regel umweltfreundlicher, den Motor auszuschalten, selbst bei kurzem Stand. Rechtlich kann ein im Stand laufender Motor als unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigung gewertet werden, aber ob das mit einem Bußgeld geahndet wird, hängt stark von der Situation ab und vom Bundesland. Insofern ist es eine persönliche Entscheidung, ob man etwas sagt oder nicht. Je nach nervlicher Gesamtverfasstheit, würde ich sagen. Denn man hat es nicht in der Hand, ob darauf Dank oder Beschimpfung folgt.

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