Ein Olivenöl im besten Zustand ist nie unauffällig im Gaumen. Es sollte immer etwas Bitterkeit und Schärfe aufweisen«, sagt Carmen Sánchez. Gerade ein von vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern als unangenehm empfundenes Kratzen im Hals sei eigentlich ein Qualitätsmerkmal: Es zeige während der Verkostung an, dass ein Öl reich an Antioxidantien sei – ein Zeichen für Frische. Sánchez hat sich an der Universität zu Jaén in Spanien zur »Expertin in Verkostung von nativem Olivenöl« ausbilden lassen und ist geschult darin, Geschmacksnoten und sensorische Fehler, die teils schon bei der Ernte entstehen können, zu erkennen. Für diesen SZ-Magazin-Test hat sie 15 Bio-Olivenöle unter 25 Euro getestet. Die Verkostung fand blind statt: Sánchez roch in einem ersten Schritt an den Ölen und nahm dann einen Schluck aus einem kleinen Glas. Hersteller und Preis wurden erst zum Schluss bekanntgegeben. Alle getesteten Öle fielen – wie der überwiegende Teil im deutschen Handel – laut Etikett unter die Güteklasse »extra nativ«. Öle dieser Klasse dürfen unter anderem einen Säurewert von 0,8 Prozent nicht überschreiten und sollten eigentlich auch sensorisch einwandfrei sein. Im Test schnitten trotzdem viele Öle schlecht ab. Am meisten überzeugen konnte am Ende ein Öl aus Italien.
Gut getestetWelches Bio-Olivenöl ist das beste?
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Ein gutes Olivenöl macht in der Qualität der Speisen einen riesigen Unterschied. Aber muss es das teure aus dem Feinkostladen sein? Eine Olivenöl-Sommelière hat für uns 15 Bio-Öle getestet, darunter einige aus dem Discounter. Sie fand nur zwei gut – diese aber dann so richtig.
Von Marei Vittinghoff