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Conny Ganß ist geprüfte Sommelière und als Weinexpertin unter anderem im Bayerischen Rundfunk zu sehen:
»Einfach alles, was schäumt, nennen die meisten erstmal Sekt. Dabei hat das prickelnde Getränk strenge Vorgaben: Es muss unter anderem mindestens zehn Prozent Alkoholvolumen beinhalten und es müssen mindestens 3,5 bar Druck in der Flasche sein. Diese Kriterien müssen nicht auf Prosecco zutreffen. Nur Prosecco Spumante dürfte streng genommen als Sekt bezeichnet werden. Prosecco Frizzante und Prosecco Tranquillo allerdings nicht, weil sie zu wenig oder gar keine Kohlensäure haben und damit zum Beispiel die 3,5 bar Druck nicht erreichen.
Prosecco ist eine Gebietsherkunftsbezeichnung, die 2010 mit einer EU-weiten Änderung geschützt wurde. Davor hieß die Traube Prosecco. Hätte man die Traube zum Beispiel in Franken angebaut, hätte man auf die Flasche Prosecco schreiben dürfen. Seit 2010 darf nur noch das Prosecco genannt werden, was in der gleichnamigen Weinbauregionen in Venetien und Friaul angebaut wurde. Um Herkunftsbezeichnung und Rebsorte voneinander zu unterscheiden, hat man die Traube 2009 in Glera umbenannt. Also immer, wenn Prosecco draufsteht, ist Glera der Grundwein. Und den gibt es tatsächlich vom stillen Wein bis hin zum schäumenden Wein. Also ein Prosecco muss nicht immer auch Schaumwein sein.
Geschmacklich kann man sagen, der gute alte Prosecco Spumante ist frisch, hell, zitronig, fröhlich und sommerlich. Er kann aber auch mal ein bisschen mehr Tiefgang haben, etwas weiniger sein. Den Sekt aus Deutschland verbinden wir eher mit einer etwas strafferen Kohlensäure – ein bisschen trockener, lauter, kerniger und knackiger.«
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