Gruß aus der Küche: Das RezeptWarum hilft Wasser nicht gegen Schärfe?

Ob es noch so sehr im Mund brennt wie ein Kaktus piekst, nachdem man Wasser getrunken hat?
Ob es noch so sehr im Mund brennt wie ein Kaktus piekst, nachdem man Wasser getrunken hat? Illustration: Ryan Gillet

Wenn es im Mund brennt, greifen viele zum Glas Wasser. Warum das genau der falsche Reflex ist, und was viel besser gegen Schärfe hilft, erklärt eine Expertin.

Protokoll von Alina Oettinger

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Diplom-Ökotrophologin Antje Gahl ist Ernährungswissenschaftlerin bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn:

»Wasser hilft in der Regel nicht gegen Schärfe – eher im Gegenteil. Wer nach einem zu scharfen Bissen schnell zum Wasserglas greift, verteilt die Schärfe im Mund oft noch weiter. Denn viele Stoffe, die Lebensmittel scharf machen, sind nicht wasserlöslich, sondern fettlöslich. Das gilt vor allem für Capsaicin in Chili und auch für die Scharfstoffe in Pfeffer.

Besser helfen fetthaltige Lebensmittel wie Milch, Joghurt oder Quark. Das enthaltene Fett kann die scharfen Stoffe binden und so das Brennen lindern. Auch Brot kann unterstützen, weil stärkehaltige Lebensmittel einen Teil der Schärfe aufnehmen. Wenn es also im Mund brennt, greift man besser zu etwas Milchigem oder zu einem Stück Brot als zu einem Glas Wasser.

Interessant ist außerdem: Schärfe ist streng genommen kein klassischer Geschmack wie süß, salzig oder sauer. Sie wird nicht über Geschmacksrezeptoren wahrgenommen, sondern über Schmerzrezeptoren beziehungsweise über Nervenzellen verarbeitet. Deshalb empfinden wir Schärfe als Brennen oder Hitze.«

Sie möchten noch mehr Texte aus dem »Gruß aus der Küche« lesen? In diesem Buch ist eine ausgewählte Sammlung interessanter Fragen und Antworten rund um Küche, Kochen und Lebensmittel enthalten.

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Ed Currie hat die schärfste Chilischote der Welt gezüchtet – und verzehrt sie, als einer von nur drei Menschen weltweit. Warum er es für die Gesundheit tut, wie man scharf essen trainieren kann, und was wirklich gegen das Brennen im Mund hilft, erklärt er im Interview.

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