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Dr. Georg-Christian Zinn ist gelernter Kinderarzt und Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin am Bioscientia Healthcare Zentrum für Hygiene und Infektionsprävention.
»Frischhaltedosen gibt es aus verschiedenen Materialien. Als Brotdose im Kindergarten oder Büro empfehle ich vor allem Metallboxen, denn sie lassen sich gut reinigen und halten Temperaturschwankungen besser aus. Als Aufbewahrungsbox für den Kühlschrank eignen sich Glasboxen mit Deckel sehr gut. Sie sind hygienisch und geruchsneutral, allerdings nicht besonders bruchsicher für unterwegs. Von Plastikboxen rate ich grundsätzlich ab, sie sind zwar leicht, aber empfindlicher. Sie nehmen schneller Gerüche an und können sich verfärben. Die Verfärbungen sind in der Regel unbedenklich, schlimmer sind die Gerüche. Riecht die Dose nach dem Reinigen noch unangenehm, sollte man sie ersetzen. Keime können tief ins Material eindringen und Gerüche weisen auf Zersetzungsprozesse durch Bakterien hin.
Beim Reinigen von Boxen aller Art ist es wichtig, dass das regelmäßig passiert, idealerweise alle 24 Stunden. Besonders bei Brotboxen, die nicht gekühlt werden. Dabei sollte man am besten die Dichtungen rausnehmen. Gerade dort sammeln sich oft Reste von Nutella oder Leberwurst – der perfekte Nährboden für Keime. In der Spülmaschine sollte man nicht das Öko-Programm nutzen, sondern die Boxen mindestens im 60-Grad-Programm laufen lassen, denn das tötet die Bakterien ab. Im Anschluss sollte man die Dose vollständig trocknen lassen. Feuchtigkeit begünstigt Schimmel und Bakterienwachstum.
Falls eine Plastikdose etwa von Tomatensoße oder Curry verfärbt ist, sieht sie zwar unschön aus, ist aber nicht automatisch unhygienisch. Gegen die Verfärbung können Hausmittel wie etwa Natron, Zitronensaft oder Rapsöl helfen. Je nach Kunststoff wirkt nicht jedes Mittel, am besten vorsichtig testen. Bei Metall lassen sich leichte Roststellen mit etwas Öl entfernen.
Bei kleinen Kindern lohnt sich ein Blick in den Schulranzen, ob dort noch Brotdosen liegen. Besonders zu Beginn der Ferien. Werden sie erst danach entdeckt, sind die Dosen manchmal nicht mehr zu retten.«

