Glaube und Religion»So ganz gefeit ist man auch als durchrationalisierter Mensch nicht«

Lesezeit: 5 Min.

Foto: iStock / Kateryna Kovarzh

Viele Menschen verhalten sich abergläubisch – auch ohne es zu wissen. Der Münchner Volkskundler Rainer Wehse erklärt, warum wir vor allem in Krisenzeiten Halt im Aberglaube suchen und weshalb das nicht ganz ungefährlich ist.

Interview: Lorenz Wagner

SZ-Magazin: Herr Wehse, Sie haben mal gesagt: Aberglaube ist eine Hirnfunktion. Was meinen Sie damit?
Rainer Wehse: Das erklärt sich eigentlich logisch: Selbst große Naturwissenschaftler, die sonst immer drauf bestehen, dass man etwas beweisen muss, sind gläubig. Beides ist im Gehirn angelegt. Wobei ich jetzt mal nicht trenne zwischen Aberglaube und Religion. Das ist ein bisschen provokativ, weil sich religiöse Gläubige damit auf die Krawatte getreten fühlen. Aber ich trenne es nicht.

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