GetränkemarktFlüssiges Möwengeschrei

Aus Heft 17/21

Lesezeit: 2 Min.

Foto: Maurizio Di Iorio

Wenn er Jever-Bier im Supermarkt sieht, fühlt sich unser Autor als Bayer nicht gemeint. Über das Phänomen, dass eine minimale Abweichung vom Vertrauten störender sein kann als eine große.

Von Tobias Haberl

K

»Keine Staus, keine Hektik, keine Anrufe, keine Termine, keine Kompromisse – kein anderes Bier.« Der Jever-Werbespot von 1995 gehört zu meinen intensivsten Erinnerungen ans 20. Jahrhundert. Wie dieser Typ – es handelte sich um einen in Los Angeles lebenden Franzosen – im Trenchcoat mutterseelenallein die Nordseeküste entlangläuft und wundersamerweise an keinem einzigen Touristen mit orangefarbener Regenjacke, dafür einem Sonnenuntergang, einer Schafherde und einem rot-weiß gestreiften Leuchtturm vorbeikommt und sich am Ende mit dem Rücken voran in diese Düne fallen lässt – das war so auf den Punkt, dass der Werbefilm nicht nur ausgezeichnet, sondern auch 13 Jahre lang nicht ersetzt wurde. Rückblickend ist es ein bisschen lustig, dass es tatsächlich eine Zeit gab, in der Anrufe als stressig und Kompromisse als fragwürdig wahrgenommen wurden, aber 1995 ist halt auch schon wieder ein Vierteljahrhundert her, was man auch daran sieht, dass der Bundestrainer damals Berti Vogts hieß.

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